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Radioaktives - Jod, Cäsium, Strontium und Plutonium

Herausgegeben von in AKW-Unfall ·

Sollte es im Fall der beschädigten Reaktoren des japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 zu einer massiven Freisetzung von radioaktiven Substanzen kommen, wären darunter vor allem Jod, Cäsium, Strontium und Plutonium. Über die Gefahren dieser Substanzen klärt Franz Kainberger, Strahlenmediziner an der MedUni Wien auf.
Die Aufnahme der Substanzen in den menschlichen Körper würde vor allem durch die Atmung erfolgen, aber auch durch die Haut und über die Nahrung können diese Substanzen in den Körper gelangen, erklärte Kainberger.
Das radioaktive Isotop Jod 131 wird vor allem von der Schilddrüse aufgenommen. Diese braucht für ihre Hormonbildung enorm viel Jod, "wird radioaktives Jod angereichert, strahlt es lokal im Schilddrüsengewebe einige Millimeter oder Zentimeter und es kann sich strahleninduzierter Schilddrüsenkrebs bilden", so Kainberger. Dies kann durch Kaliumjodidtabletten verhindert werden, die unbedingt eingenommen werden müssen, bevor das radioaktive Jod in den Körper gelangt. Nur so kann das ungefährliche Jod die Schilddrüsenspeicher füllen, womit dort kein Platz mehr für das schädliche Isotop ist.

In Österreich werden seit dem Super-GAU von Tschernobyl ständig 6 Millionen Packungen mit je zehn Tabletten in Apotheken, Schulen, Krankenhäusern, etc. bereit gehalten.



Auch Cäsium 137 lagert sich vorwiegend in der Schilddrüse ein - mit ähnlichen Folgen wie bei Jod. "Das sind die Haupteffekte, natürlich können sich radioaktive Isotope auch woanders im Körper ablagern", so Kainberger. Strontium 90 kann sich in Knochen einlagern, weil es dort mit Kalzium verwechselt wird. Passiert das, kann es zu Knochenmarkschäden und Knochentumoren kommen.

Radioaktiver Regen bedeutet nicht automatisch Krebs

Bei den Behandlungsmöglichkeiten müsse man die gesamten Strahlenwirkungen abarbeiten, sagte der Experte und nannte die Tumorentstehung, Erbgutschädigung, Begleitwirkungen der Strahlung wie Angst, Panik und Sorge sowie das akute Strahlensyndrom.

Karzinome würden wie jeder andere Tumor auch behandelt, etwa durch Chemo- und Strahlentherapie. "Das zeigt, dass Strahlung, die bei einem AKW-Unglück frei wird, nichts zu tun hat mit der Strahlung, die zur Tumortherapie oder Diagnostik eingesetzt wird", so Kainberger. Zudem bedürfe es für eine Erbgutschädigung "einer Schwellendosis, die bekommt man zum Beispiel durch radioaktiven Regen nicht so schnell zusammen", so Dr. Kainberger.

Strahlenkrankheit betrifft praktisch nur Arbeiter
Von einem akuten Strahlensyndrom , wie man es oft in Spielfilmen als Folge eines Super-GAU gezeigt bekommt, seien praktisch nur Rettungskräfte oder Kraftwerksmitarbeiter betroffen. Da gebe es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung, "wenn rechtzeitig begonnen und korrekt behandelt wird, kann man viele dieser akuten Strahlensymptome heute bis zu einem Grenzwert von sieben Sievert gut behandeln". Ein wesentlicher Punkt ist hier laut Kainberger die Schutzkleidung und richtiges Verhalten, "und da handelt Japan im Vergleich zu Tschernobyl sicher vorbildlich"
Der entscheidende Punkt zur Verhinderung von Angst und Sorge ist für Kainberger hochwertige und offensive Informationspolitik. "Solange die Leute durch die Medien wissen, worum es geht, können sie leichter mit all diesen Problemen fertig werden", betonte der Experte.
Je offensiver informiert werde, desto besser sei es.

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Hier finden Sie immer die aktuellen österreichischen, deutschen, schweizer und EU Strahlenwerte

http://www.eterna.sl/strahlenfruhwarnsystem.html

Teil2
[bJ]e höher die Strahlung, desto höher das Risiko
Bei geringer Strahleneinwirkung (unter 0,5 Gray) können keine direkten Effekte gemessen werden, es können jedoch Schädigungen des Erbguts (DNA) entstehen, die langfristig eventuell Krebserkrankungen verursachen. Da genaue Vorhersagen über etwaige Gesundheitsschäden jedoch nicht möglich sind, spricht man von einer stochastischen Strahlenwirkung. Die natürliche Exposition von Strahlen in Deutschland beträgt pro Jahr 2,4 tausendstel Sievert (2,4 mSv). Bereits diese natürliche Strahlenexposition kann zumindest theoretisch zu einem (stochastischen) Strahlenschaden führen.

Bei Überschreiten einer bestimmten Dosisschwelle entstehen vorhersehbare Strahlenschäden, es wird daher von deterministischen Schäden gesprochen. Ab einer Schwellendosis von 1 bis 1,5 Gray im gesamten Körper tritt die akute Strahlenerkrankung auf. Je nach Strahlendosis kommt es zu unterschiedlichen Symptomen: Ab einem Gray Ganzkörperdosis kommt es bereits zu Blutbildveränderungen aufgrund einer Schädigung des Knochenmarks. Bei Strahlendosen bis fünf Gray kommen Symptome im Magen-Darm-Bereich mit Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfällen dazu.

Akute Symptome
Lokal kommt es zu Strahlenschäden der Haut die sich durch Hautrötungen bemerkbar machen, bei höheren Strahlendosen können sich, wie bei einem schweren Sonnenbrand, Blasen bilden. In der maximalen Ausprägung sterben die Hautzellen ab, Haare und Nägel fallen aus. Ab 20 Gray treten zusätzlich akute Schäden im Herz-Kreislaufsystem sowie im Gehirn auf, es kommt zu starker Übelkeit, Erbrechen und Fieber sowie Kopfschmerzen. Bei sehr hohen Dosen kommt es zu neurologischen Störungen, Wahrnehmunsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Auch akute Schäden am Herzmuskel bis hin zum Herzversagen sind denkbar.
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LINK

Was tun bei einem ATOMUNFALL, Österreichischer Zivilschutzverband

http://www.eterna.sl/DOW/Broschure_Strahlenschutz1.pdf

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Bei hoher radioaktiver Strahlung
* Welche Kleidungsstücke schützten wirklich? *

Nach Atomunfällen ist die Gefahr der radioaktiven Bestrahlung für die Menschen groß.  Welche Mittel wirklichen "Schutz" bieten, erklärt Prof. Dr. Christoph Hoeschen vom Helmholtz-Zentrum München, Abteilung Medizinische Strahlenphysik und Diagnostik.

Welche technischen Mittel gibt es denn, um sich wirksam vor radioaktiver Strahlung zu schützen?

Christoph Hoeschen: Erst einmal muss man unterscheiden, wer sich genau vor radioaktiver Strahlung und an welchem Ort schützen will. Für die Menschen wäre es in  Katastrophensituation am besten, sich so weit und so schnell wie möglich vom Ort der radioaktiven Strahlung, also den Atomkraftwerken, wegzubewegen, sofern dies aus logistischen und technischen Gründen möglich ist.

Können Atem-Schutzmasken etwas ausrichten?
Ja, Schutzmasken sind sinnvoll, solange es richtige Filtermasken sind. Die einfachen Mundschutztücher dagegen, die wir immer wieder auf Bildern aus Japan sehen, können nach spätestens 15 Minuten keinerlei Schutz mehr bieten.

Hilft vorübergehend Regenbekleidung bei der Zivilbevölkerung?
Das Tragen von Regenbekleidung oder dicken Anoraks hat bei der Zivilbevölkerung nur dann Sinn, wenn sie nach dem Tragen so schnell wie möglich gewaschen bzw. gar nicht erst mit in die Wohnung genommen wird.

Anm. d.H. Das gleiche gilt natürlich auch für Schuhe.
Eine gute Regenbekleidung schützt die Hautoberfläche vor direkten Kontakt mit Radioaktiven Staub bzw. Partikeln. Kopfbedeckung nicht vergessen!

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Was können richtige Schutzanzüge leisten?
Es gibt verschiedene Arten von Schutzanzügen. An erster Stelle sind sie dafür da, um radioaktive Teilchen nicht zu verteilen, sondern an Ort und Stelle zu belassen. Ein kontaminierter Schutzanzug kann nämlich gut entsorgt werden. Zum anderen kann die Bestrahlung der Haut durch einen Schutzanzug minimiert werden.
Die meisten der Anzüge gegen radioaktive Strahlung haben im Gewebe einen gewissen Bleianteil, sodass die Strahlung nur zu einem ganz kleinen Teil durchdringen kann.





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